Nachhaltigkeitsbericht 2017

Arbeitgeber­attraktivität

Um unsere Mitarbeiter zu binden und neue qualifizierte Arbeitnehmer zu finden, wollen wir ein attraktiver Arbeitgeber sein. Wir schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem sich unsere Mitarbeiter ihren Fähigkeiten entsprechend einbringen und weiterentwickeln können und die nötige Unterstützung erhalten, um sich leidenschaftlich und ergebnisorientiert einsetzen zu können. In einem solchen Umfeld entsteht unsere Unternehmenskultur, die der Komplexität, dem hohen Tempo und den weltweiten Anforderungen der Arbeitswelt Rechnung trägt und Innovationen, Zusammenarbeit und Ergebnisorientierung fördert.

In Umfragen verschiedener Institute zur Arbeitgeberattraktivität in Deutschland belegen wir leicht überdurchschnittliche Bewertungen. So steht Bilfinger beispielsweise beim trendence Graduate Barometer 2017 auf Platz 41 der 100 Top-Arbeitgeber für Ingenieure und bei der Befragung von Universum auf Platz 33 der beliebtesten Arbeitgeber für Ingenieure. In der Branche „Industriedienstleistungen“ erzielten wir in der Umfrage von trendence bei Young Professionals sogar den 1. Platz.

Diese guten Platzierungen sind ein Ansporn, unsere Arbeitgeberattraktivität weiter zu steigern. Stellschrauben hierzu sehen wir insbesondere in den Bereichen Work-Life-Balance, Gesundheitsmanagement, Vergütung und Zusatzleistungen, Interessenvertretung und Mitarbeiterentwicklung.

Top-Arbeitgeber

Gute Noten für Bilfinger

In Arbeitgeberrankings belegt Bilfinger seit Jahren gute Platzierungen. Gerade bei jungen Menschen mit einem Interesse an Ingenieursberufen genießt Bilfinger als Arbeitgeber einen ausgezeichneten Ruf. In der Umfrage von trendence, Europas führendem Forschungsinstitut im Bereich Employer Branding, Personalmarketing und Recruiting, belegte Bilfinger 2017 bei den Young Professionals insgesamt Platz 62, in der Branche „Ingenieurdienstleistungen und Bau“ sogar Platz 1.

Work-Life-Balance

Zu unseren konzernweiten Zielen gehört die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Unsere operativen Einheiten, die für die Umsetzung unserer HR-Standards verantwortlich sind, bieten daher diverse Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Regelungen an. Viele von diesen gehen über gesetzlich definierte Lösungen hinaus. In unserer Konzernzentrale sowie in vielen Konzerngesellschaften haben sich Betriebsrat und Vorstand auf ein Vertrauensarbeitszeitmodell geeinigt. Die Mitarbeiter unterliegen keiner Anwesenheitskontrolle, sondern erfassen ihre Arbeitsstunden selbst.

2017 machten konzernweit 3,1 Prozent der Belegschaft Gebrauch von der Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung. Die Details der Teilzeitarbeit werden zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem individuell abgestimmt. Betriebliche Leistungen stehen den Mitarbeitern in Teilzeit anteilig zu.

Tabelle
Mitarbeiter nach Teilzeit

 

 

2017

 

2016

 

 

Gesamt

 

Teilzeit

 

Quote

 

Gesamt

 

Teilzeit

 

Quote

Engineering & Technologies

 

8.347

 

434

 

5%

 

8.977

 

450

 

5%

Maintenance, Modifications & Operations

 

24.253

 

545

 

2%

 

23.269

 

545

 

2%

Other Operations

 

2.521

 

79

 

3%

 

4.140

 

144

 

3%

Sonstige, Zentrale

 

523

 

61

 

12%

 

560

 

72

 

13%

Gesamt

 

35.644

 

1.119

 

3%

 

36.946

 

1.211

 

3%

Diagramm
Mitarbeiter nach Teilzeit

Bei Mutterschutz und Elternzeit orientieren sich unsere Angebote an den gesetzlichen Regelungen, welche bei Bedarf durch zusätzliche individuelle Absprachen zugunsten der Mitarbeiter erweitert werden.

Gesundheitsmanagement

Wir sehen einen direkten Zusammenhang zwischen den Maßnahmen, mit denen wir die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeiter fördern, und unserem wirtschaftlichen Erfolg. Aus diesem Grund investieren wir in unterschiedlichste Maßnahmen im Bereich der Gesundheit unserer Mitarbeiter. Das Gesundheitsmanagement von Bilfinger umfasst Betriebssport, ärztliche Check-ups und betriebsärztliche Untersuchungen, Seminare zu Stressmanagement und gesunder Lebensführung in den entsprechenden Altersgruppen und die Integration des Themas Gesundheit in Führungsseminare. An einigen Standorten werden Gesundheitstage mit unterschiedlichem Programm angeboten, um das Bewusstsein für eine gesunde Lebensweise zu fördern.

Hohe Nachfrage verzeichnen auch die Gesundheitschecks für Führungskräfte. Die Checks mit dem Motto „Nachhaltig leistungsfähig“ verbinden Langzeit-EKGs mit vertiefenden Workshops zum Thema Stress- und Ressourcenmanagement sowie mit individuellem Coaching.

Rund 280 Mitarbeiter und deren Angehörige nahmen 2017 das Fitness-Angebot „Fit & Gesund“ wahr und nutzten Fitness- und Gesundheitsstudios bzw. Schwimmbäder in Deutschland und Österreich, mit denen Bilfinger eine für die Mitarbeiter sehr vorteilhafte Kooperation vereinbart hatte. An vielen Standorten unseres Konzerns haben sich außerdem eigene Sportgruppen gebildet, die vom Unternehmen durch die Bereitstellung von Übungsleitern und Räumlichkeiten unterstützt werden.

Eine enge Zusammenarbeit pflegen wir mit den Berufsgenossenschaften und Krankenkassen, die unsere Maßnahmen durch ein umfangreiches Angebot an Schulungen, Vorträgen, Arbeitsplatzprogrammen und Untersuchungen ergänzen.

Vergütung und Zusatzleistungen

Das Vergütungssystem von Bilfinger orientiert sich an den Anforderungen der Stelle, den individuellen Leistungen, den Bedingungen und Wettbewerbsverhältnissen des lokalen Marktes sowie an tariflichen Merkmalen. Wir achten darauf, dass bei der Vergütung keine Ungerechtigkeiten, beispielsweise aufgrund des Geschlechts oder Alters, entstehen.

Führungskräften und Mitarbeitern auf Schlüsselpositionen wird üblicherweise neben dem Grundgehalt ein variabler Gehaltsbestandteil gezahlt, um ihren überdurchschnittlichen Einsatz zu honorieren. Der variable Bestandteil orientiert sich an der Unternehmensentwicklung, an betriebswirtschaftlichen Ergebniskennzahlen und am Beitrag des Mitarbeiters zur Realisierung vereinbarter Ziele.

Im Geschäftsjahr 2017 hat Bilfinger seinen Führungskräften eine einmalige Langfrist-vergütung in Form von Aktien gewährt. Diese ist eng mit der Unternehmensstrategie verknüpft und honoriert über den Vierjahreszeitraum bis zum Jahr 2020 die Schaffung einer starken Basis für profitables Wachstum auf Konzernebene.

Detaillierte Informationen über das Vergütungssystem für die Mitglieder des Vorstands sowie des Aufsichtsrats finden sich im Geschäftsbericht.

Bilfinger bietet seinen Mitarbeitern diverse Möglichkeiten zur betrieblichen Altersvorsorge. In Deutschland besteht sie in vielen Fällen aus zwei Elementen: Bei der arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge zahlt der Arbeitgeber jedem Mitarbeiter zusätzlich zu seinem Gehalt einen festen jährlichen Betrag auf sein Vorsorgekonto oder in ein Versicherungsprodukt ein. Bei der arbeitnehmerfinanzierten Altersvorsorge verzichtet der Mitarbeiter zugunsten seines Vorsorgekontos oder eines Versicherungsprodukts auf die Auszahlung eines Teils seines Einkommens.

Für Mitarbeiter in Notsituationen verfügt Bilfinger über einen im Jahr 2010 eingerichteten Härtefonds, aus dem schnelle und unbürokratische Unterstützung gewährt werden kann. Über die Verwendung der Mittel entscheidet ein Gremium, das sich aus Mitgliedern des Konzernbetriebsrats zusammensetzt.

Interessenvertretung

Die Rechte der Arbeitnehmer und die gesetzlichen Mitsprachemöglichkeiten haben bei Bilfinger einen hohen Stellenwert. Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter pflegen einen intensiven und regelmäßigen Dialog. Die Betriebsräte werden in personelle Entscheidungen und bei wirtschaftlichen Angelegenheiten einbezogen. Mit ihnen getroffene Kollektivvereinbarungen haben für alle Mitarbeiter im Rahmen des vereinbarten Geltungsbereichs Gültigkeit.

Die Basis der betrieblichen Interessenvertretung bilden lokale Betriebsräte. Sie vertreten die Rechte der Arbeitnehmer gegenüber den Verantwortlichen der örtlichen Betriebe bzw. gegenüber den Geschäftsführern der Beteiligungsgesellschaften von Bilfinger. Angelegenheiten, die für eine ganze Division oder ein ganzes Segment relevant sind, werden im Divisions- bzw. Segmentbetriebsrat behandelt.

Themen, die alle Konzerneinheiten in Deutschland betreffen, werden im Konzernbetriebsrat erörtert; Themen, die für mehrere Länder der EU bedeutsam sind, erörtert der SE-Betriebsrat. Zu den Aufgaben des SE-Betriebsrats zählt auch die Benennung der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat, der nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz paritätisch besetzt ist.