Nachhaltigkeitsbericht 2017

Arbeitssicherheit

Warum dieses Thema für uns wesentlich ist

Die Unversehrtheit aller Mitarbeiter steht für Bilfinger an erster Stelle. Daher haben Aspekte der Arbeitssicherheit zentrale Bedeutung für alle unsere Aktivitäten. Darüber hinaus sind sichere Arbeitsprozesse, die Durchführung von Arbeitssicherheitskampagnen und Kennzahlen zur Arbeitssicherheit wichtige Kriterien, die von unseren Kunden bei der Auftragsvergabe häufig abgefragt werden.

Welches Konzept wir verfolgen

Der Themenbereich Arbeitssicherheit wird bei Bilfinger durch den Zentralbereich koordiniert. Corporate HSEQ schafft durch seine zentrale Governance-Funktion die Voraussetzungen für die konzernweite Umsetzung eines wirksamen -Managements.

Die von Corporate HSEQ erarbeiteten Arbeitsschutzmaßnahmen finden ihren Ausdruck in konzernweiten Richtlinien und gehen zum Teil über die jeweiligen nationalen Gesetze und Anforderungen hinaus. Die Verantwortung für die Einhaltung der Arbeitssicherheitsstandards liegt bei den Führungskräften der Einheiten vor Ort, um auf die jeweiligen lokalen Gesetze und Arbeitsbedingungen gesondert eingehen zu können.

Corporate HSEQ sowie ein Netzwerk von Beauftragten für Arbeitssicherheit unterstützen die operativen Einheiten bei der Einhaltung und Weiterentwicklung der Programme und Maßnahmen. Dazu sind vielerorts ergänzende Regelungen und Systeme vorhanden, die auf den HSEQ-Konzern-Grundsätzen und -Richtlinien basieren.

Über die Sicherheit am Arbeitsplatz informiert ein an den Vorstand gerichteter HSEQ-Quartalsbericht, der alle Konzerngesellschaften und damit sämtliche Arbeitsplätze von Bilfinger berücksichtigt. Über besonders schwere Unfälle, deren Analyse sowie erforderliche Korrekturmaßnahmen wird der Vorstand umgehend informiert. Entsprechend den rechtlichen Vorgaben sind in den jeweiligen Ländern in allen eigenständigen Organisationseinheiten Arbeitsschutzausschüsse vorhanden.

Wir setzen eine Management-Software (Synergi Life, bei Bilfinger „ACTIVE“ genannt) ein, die die Erfassung, Berichterstattung und Bearbeitung von HSEQ-Ereignissen weltweit nach einheitlichen Standards ermöglicht. Unfallrisiken, Beinaheunfälle und Ereignisse können mithilfe einer App direkt vor Ort schnell und flexibel durch Führungskräfte und Mitarbeiter erfasst werden.

Die Wirksamkeit unserer Systeme für den Arbeitsschutz wird durch Zertifizierungen nach den Standards 18001 und SCC/SCP (Safety Certificate Contractor) nachgewiesen, wobei circa 82 Prozent unserer operativen Einheiten mindestens eines dieser Zertifikate besitzen. Wir führen auf allen Ebenen Audits sowohl durch interne als auch durch externe Stellen durch, um unsere Maßnahmen zur Arbeitssicherheit fortlaufend zu überprüfen und kontinuierlich zu verbessern.

„Kein Auftrag und keine Zeitvorgabe ist so wichtig, dass Kompromisse in der Arbeitssicherheit gemacht werden. Die Gesundheit ist unser höchstes Gut.“

Michael Bernhardt, CHRO Bilfinger SE

Leistungsindikatoren

Im Geschäftsjahr 2017 wies die (Lost Time Injury Frequency – Accidents per 1.000.000 working hours performed) konzernweit einen Wert von 0,8 auf. Dies bedeutet zum Vorjahr (1,0) einen prozentualen Rückgang von 20,0 Prozent. Arbeitsbedingte Unfälle mit Todesfolge ereigneten sich nicht.

Die Anzahl der HSEQ-Mitarbeiter () pro 100 Mitarbeiter betrug zum 31.12.2017 konzernweit 1,95.

Drohnen

Inspektion schwer zugänglicher Bereiche

Die Wartung von Offshore-Plattformen ist mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Zu diesen zählt, dass viele Bereiche schwer zugänglich sind und für ihre Inspektion entweder Industriekletterer oder aufwendige Gerüste benötigt werden. Bilfinger Salamis setzt für diese Aufgabe mittlerweile Drohnen ein, die mit einer hochauflösenden Kamera bestückt sind. Mit ihnen lassen sich Risse, Korrosionsschäden und undichte Stellen, etwa an Dichtungen, Gasleitungen oder Isolierungen, schnell und zuverlässig aufspüren.

Video: Drones at work

Wie wir unsere Ziele erreichen wollen

Das Ziel aller unserer Maßnahmen ist es, die Arbeitssicherheit weiter zu steigern. Unser Konzept „Road to Zero“ hilft uns, die arbeitsbedingten Erkrankungen und Unfälle kontinuierlich zu reduzieren. Dabei streben wir eine jährliche Verbesserung von mindestens 10 Prozent gegenüber dem Durchschnitt der letzten drei Jahre an.

Um dieses Ziel zu erreichen, ergreifen wir nicht nur entsprechende technische und organisatorische Maßnahmen, sondern thematisieren die Arbeitssicherheit auch immer wieder durch unterschiedliche Kommunikationsmittel, um die Aufmerksamkeit für Arbeitssicherheitsthemen zu erhöhen. Dadurch konnte die Unfallrate in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Einbeziehung, die Verpflichtung und das Commitment der Führungskräfte bis hin zu den Mitgliedern des Vorstands. So gehört es beispielsweise zu den Aufgaben der Führungskräfte, regelmäßig eine von ihrem Aufgabengebiet abhängige Anzahl von Sicherheitsbegehungen („Safety Walks“) durchzuführen und zu dokumentieren. Die Ergebnisse der Sicherheitsbegehungen können mobil – während der Begehung – erfasst werden und fließen direkt in unsere zentrale HSEQ-Software ein. Das für Arbeitssicherheit verantwortliche Vorstandsmitglied, Michael Bernhardt, weist monatlich in Form von „Safety-Moments-Rundschreiben“ an alle Mitarbeiter auf generelle Arbeitssicherheitsaspekte hin.

Zur Sensibilisierung für Arbeitssicherheitsthemen tragen wesentlich unser Sicherheitsprogramm SafetyWorks! und die in diesem Zusammenhang entwickelten Informationskampagnen bei. Mit unserem jährlich verliehenen Safety Award honorieren wir innovative Ideen zur Verbesserung der Sicherheitsleistung sowie überdurchschnittliches Engagement. Die Auszeichnung soll die erbrachte Leistung aller Mitarbeiter und Führungskräfte, die zu diesem Ergebnis beigetragen haben, würdigen und zusätzlich dazu motivieren, sich für sichere Arbeitsbedingungen und den Erhalt der Gesundheit aller Beschäftigten zu engagieren.

Safety Awards

Ausgezeichnete Arbeitssicherheit

Mit den Safety Awards prämiert Bilfinger alle zwei Jahre besondere Leistungen im Bereich der Arbeitssicherheit. Gold ging 2017 an Bilfinger Salamis: Dort wird mithilfe der „Safety Control Loop and League Table“ eine Art „Sicherheits-Bundesliga-Tabelle“ geführt. Ein Punktesystem bewertet die erzielte Arbeitssicherheitsleistung in unterschiedlichen Projekten und visualisiert diese in einer Rangliste. Den 2. Platz belegte Centennial Contractors Enterprises für die Idee eines Taschenbuchs, in dem alle wichtigen HSEQ-Anforderungen zusammengestellt sind. Auf Platz 3 kam Bilfinger Tebodin Eastern Europe, wo ein neues Trainingsmodul für den richtigen Gebrauch von Sicherheitsgurten entwickelt wurde.

Tragbares Außenskelett

Weniger Verletzungen, höhere Produktivität

Gerade im Bereich Maintenance sind die körperlichen Belastungen der Mitarbeiter mitunter sehr hoch. Wertvolle Unterstützung können in diesen Fällen spezielle Anzüge liefern, die eine Art Außenskelett bilden. Ohne Stromzufuhr helfen diese Anzüge bei der Verrichtung von Arbeiten, bei denen Arme und Rücken intensiv gefordert sind. Bilfinger setzt diese Anzüge immer häufiger ein, um die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu erhalten.

Video: Non powered exoskeleton for sustainable employment

HSEQ
Health, Safety, Environment & Quality
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OHSAS
Zertifizierungsnorm für Managementsysteme im Bereich Arbeitsschutz (Occupational Health and Safety Assessment Series)
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LTIF
Kennzahl zur Häufigkeit von Unfällen, die zu Ausfallzeiten geführt haben (Lost Time Injury Frequency Rate)
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Full-time equivalent
Kennziffer, die angibt, wie viele Vollzeitstellen sich rechnerisch bei einer gemischten Personalbelegung mit Teilzeitbeschäftigten ergeben.
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